Am Bildungscampus Weiherbal in Aichtal trifft ein historisches Schulhaus auf bauliche Zeugen jüngerer Epochen. Diesem gewachsenen Ensemble fügt sich ein neuer Baustein ein, der an die Stelle eines früheren Anbaus tritt. Kompakt und klar in seiner Kubatur, schafft er Präsenz, ohne das denkmalgeschützte Herzstück zu dominieren. Der Neubau definiert räumliche Kanten zum südlichen Hof, öffnet sich jedoch im Erdgeschoss mit Bedacht, gibt Blicke und Wege frei zum nördlich gelegenen Areal.
Im Zentrum dieses Gefüges artikuliert sich eine neue Mitte: Die Aula fungiert als Gelenk und Schwelle zugleich, ein lichter Raum des Übergangs und der Verbindung zwischen Alt und Neu, Schule, Kita und Bibliothek. Ihre Transparenz löst subtil die Grenzen zwischen Innen und Außen auf und bindet das Leben des neu gefassten Platzes ein – ein Ort der Begegnung für Lernende und die Öffentlichkeit.
Auch im Inneren des Bestands vollzieht sich ein Wandel. Wo massive Strukturen weichen, entstehen fließende Zonen für neue pädagogische Konzepte, Felder der Konzentration und des Austauschs. Holz prägt die Haptik der neuen Räume und Interventionen, durchlässig für Licht und Blicke, die durch das Haus leiten. Draußen rahmt ein ruhiger Lehrgarten den historischen Bau, während neue Freiräume den Campus bis zum Weiherbach hin öffnen. So entsteht ein durchlässiges Gewebe, in dem sich die Spuren der Vergangenheit und eine offene Zukunft verbinden.
Freianlagenplanung: MOLA Landschaftsarchitektur;
K2O team: Thorsten Nolte, Dominik Oberthür, Nikolai Alantev